Das wird „Lebensmittel“ genannt

Sensibilisiert durch die gestrige Sendung auf 3Sat „Essen – getäuscht und abgespeist?“ hab ich heute in einem gar nicht billigen Supermarkt beobachtet, was man uns als frisches Bäcker-Gebäck andreht:
An der Brotausgabestelle oder wie man die Theke nennt, wo man sogenannte „Backwaren“ erstehen kann, kam aus einer Ecke ein zischendes Geräusch. Die Brotaufbackmaschinen geben zwar auch Töne von sich, wenn die darin aufgetauten Brötchen fertig sind, aber das ist kein Zischen. Hier zischte es. Was ging hier vor sich? Da hatte ich’s: eine Mitarbeiterin war konzentriert damit beschäftigt, weiße Teigwürste mit einer Hochdruckpistole, aus der eine undefinierbare Flüssigkeit kam, zu bearbeiten. Was immer das war, Wasser war das nicht ….. Immer und immer wieder sprühte sie die bleichen Kerlchen ein. Woraus dieser Teig bestand, will ich mir nicht vorstellen müssen. Danach öffnete sie eine riesige Schublade, die in einzelne Abteile unterteilt war. In jedem Abteil waren andere Körner. Hoffen wir, dass es echte Körner waren. Jeder der benetzten und jetzt glänzenden bleichen Teigkameraden wurde in einem bestimmten Abteil gewälzt und dann, mit den „“Körnern“ paniert, in die Reihe der auf einem Blech nebeneinander ausharrenden Kerlchen eingereiht. Die waren jetzt nicht mehr bleich, sondern sollten Vollkornbrötchen oder zumindest „Kornweckerln“ darstellen. Lieblos und mit völligem Desinteresse wurde hier gearbeitet.

Ich habe heute zum ersten Mal live gesehen, wie die teilweise gar nicht so übel aussehenden Weckerln erzeugt werden. In einem völlig absurden und ekelhaften Vorgang in einer Ecke des Supermarktes. „Das hat mit Brot nichts mehr zu tun, das ist abartig“ sagte ich zu einer anderen Kundin, die sich daraufhin auch spontan entschloss, keine Weckerln zu kaufen. Die Aufbackmaschinen zu sehen ist schlimm genug, aber sehen zu müssen, wie das, was hier aufgebacken wird, erzeugt wird, ist ekelhaft.

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Mit Lebensmitteln und besonders mit Brot assoziiert man Qualität, gute Rohstoffe, ehrliche Verarbeitung – was hier erzeugt wird ist ein Produkt, das zur Bekämpfung des Hungergefühls dient. Mit Genuss hat das nichts zu tun.

Mein Brot hab ich bei meinem Bäcker um die Ecke gekauft, der wieder selbst bäckt „weil’s viel besser schmeckt, weil die Leut’ gern mehr dafür bezahlen und weil’s  mir damit auch gut geht“. Der Bäcker um die Ecke ist ein junger Mann, der auch am Sonntag Vormittag einen vollen Laden hat. Weil sein Brot traumhaft gut ist. Und weil er weiß, dass nur Qualität, Ehrlichkeit und Nachhaltigkeit langfristig Zukunft hat. Und weil er jedem Kunden „einen schönen Tag“ wünscht …..

 

 

 

 

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