Die Ausfahrt

Ganz früh bin ich heute aufgestanden. Zumindest für einen Sonntag. Wahrscheinlich einer der letzten Sommersonntage des Jahres. Stahlblauer Himmel weckt mich. Und die Aussicht auf einen besonderen Tag.

Schnell gefrühstückt und Proviant zusammengerichtet und raus aus der Wohnung. Angenehme 20 Grad hat es jetzt in der Früh. Der Proviantsack verschwindet im „Proviantabteil“, ich gleite in den Sitz (nur für sehr Geübte ist es wirklich ein Gleiten) und drücke den Knopf „engine on“. Der Motor ein paar Zentimeter hinter dem Kopf sagt mir mit seinem wunderbaren Sound „Guten Morgen – was unternehmen wir heute J ? Raus aus der Stadt – eine Ausfahrt wär’s“. Also dann ….

In wenigen Minuten sind wir über der Donau und beschließen, nach Orth zu fahren. Die Straßen sind noch fast leer und zügig und mit ihrer unnachahmlichen Kraft zieht die Elise die Landstraße entlang. Wir begrüßen die Felder, die Häuser, die Bäume. Der Auwald ist noch kühl von der Nacht und riecht so gut. Dann sind wir da an der Donau. Fast niemand außer uns ist da und wir beschließen, ein bisschen zu bleiben. Ich setz mich auf eine Bank direkt am Ufer, die Elise hinter mir. Ein kräftiger warmer Sommerwind umbläst uns. Schauen und genießen. Schleppkähne plagen sich stromaufwärts. Eine Hirschkuh schwimmt durch einen Seitenarm der Donau – ganz friedlich und ohne Angst steigt sie am Ufer wieder an Land. Ein paar Paddler ziehen ihre Bahn. Es ist so wunderschön hier.

Aber das Fahren ist ja auch so wunderschön. Also wollen wir weiter. Der Cappucchino ist ausgetrunken, Verdeck auf, Schal um den Hals, Radio an und … „Noch nicht heim, drehen wir noch eine große Runde“ kommt’s aus dem Motor. O.k. Ein bißl Bergfahren wär’s jetzt. Jede Minute länger bedeutet pure Freude länger haben. Die Elise zieht so unbeschreiblich freudvoll die Kurven in Sievering hinauf auf das Cobenzl. Wir schauen hinunter auf Wien und können unser Glück kaum fassen. Es ist so überwältigend schön.

Die Runde führt uns letztendlich über den Schottenhof und das Wiental wieder zurück nach Haus. Fünf Stunden pure Freude, pure Lust am Leben, die ganz tief ins Herz geht. Die Kraft und Energie gibt für ganz lange Zeit.

Die Leidenschaft – wofür auch immer – muß man leben und nicht unterdrücken. Die Vernunft hat hier keinen Platz. Aber die Leidenschaft leben, der Intuition folgen – das macht das Leben erst richtig GUT.

 

 

2 Gedanken zu „Die Ausfahrt

    • und ich hab soviel positive Energie getankt, daß ich die Wohnung geputzt, eine Pflanze am Balkon eingesetzt, eine Waschmaschinenladung gewaschen hab – und ich weiß, das hält ganz lang an 🙂

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s