Das Paradoxe unserer Zeit

Heute haben wir größere Häuser, jedoch kleinere Familien…
Mehr Bequemlichkeit, aber weniger Zeit…
Wir haben einen höheren Bildungsgrad mit mehr Wissen, aber weniger gesunden Menschenverstand und Urteilsvermögen…
Wir haben mehr Experten, aber mehr Probleme…
Mehr Medizin, aber weniger gute Gesundheit…

Wir geben uns zu unbekümmert
Lachen zuwenig
Werden zu schnell ärgerlich
Stehen zu spät auf
Lesen zu wenig
Sehen zuviel TV und sind weniger rücksichtsvoll…

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Das Leben, das ich nie geführt hab

… das Leben, das ich nie geführt hab – es wär plötzlich da ……..

Ist das nicht Grund genug, Alteingefahrenes zu hinterfragen, Entscheidungen zu treffen, etwas zu wagen ohne Angst zu haben, sich in das Abenteuer Leben zu stürzen, nicht mehr nur zuzuschaun, nicht mehr so zu tun als ob alles gut wär, nach vorne zu blicken in die Welt, die man nie sah –

das Leben mit Leben zu füllen ?

Wie wollen wir leben?

Wenn wir uns die Frage stellen, wie wir wirklich leben wollen, gelangen wir unweigerlich zu dem Schluß, dass viele Bereiche und Begriffe hinterfragt und neu definiert werden müssen:

Wohlstand – besteht er wirklich nur in materiellen Werten ? Bedarf es nicht vielmehr einer Neudefinition im Sinne von WOHL-befinden?

Bedingungsloses Grundeinkommen – stellt es vielleicht die Basis für ein selbstbestimmteres Leben dar? Ein Ende der modernen Sklaverei und damit den Beginn einer um vieles produktiveren weil freudvollen und leidenschaftlichen Arbeitswelt? Ermöglicht die Entkoppelung von Existenzsicherung und Arbeit nicht eine ganz neue Definition des Begriffs „Arbeit“?

Wachstum um jeden Preis – ist das die einzige Maßeinheit für Fortschritt? Endloses Wachstum bei beschränkten Ressourcen – wie soll das gehen?

Qualität statt Quantität – sollte das nicht das moderne Kriterium in allen Lebensbereichen sein? Wenn wir uns öfter die Warum-Frage stellen, entscheiden wir uns nicht intuitiv für Qualität?

Foto: ©wegweise

Altes versus Neues – ist alt immer schlecht und neu immer gut? Ist nicht vielmehr das Zusammenspiel von beiden das Rezept? Es gibt kein Neues ohne das Alte und von wem lernen die Jungen wenn nicht von den Alten? Ist ein Leben ohne die alten Künste und Fertigkeiten nicht leer? Alt braucht Neu und Neu braucht Alt – oder etwa nicht?

Nachhaltigkeit – ist der momentan maximal erzielbare Gewinn das einzige Ziel? Ist nicht eher Nachhaltigkeit der wirkliche Schlüssel zum Erfolg? Ist verantwortungsvolles, sorgsames Handeln nicht viel befriedigender und entspricht es nicht der Natur des Menschen?

Neue Kultur der Arbeit – vom menschlichen Hochleistungsroboter hin zum freien Menschen mit dem Fokus auf Teamarbeit, mit neuen Arbeitsformen, in freudvoller wertschätzender Amosphäre…. wird nicht das in Zukunft das Geheimrezept langfristig erfolgreicher Unternehmen sein? Kann wahre Kreativität und wertvolle Arbeit und damit langfristiger Erfolg denn nicht nur unter hochwertigen Bedingungen entstehen?

Überlegen wir gemeinsam, wie wir in Zukunft leben wollen, es liegt in unserer Hand.Jeder entscheidet darüber jeden Augenblick.

 

lebloses leben

ein stimmungsvoller Raum getaucht in warmes licht. eine tafel.

leere gesichter, graue mumien, ohne leben, gefüllt mit leblosem geld, sitzen mir gegenüber. eine phalanx aschfahler ausdruckloses gesichter. nein ich hab meinen urlaub nicht auf einem kreuzfahrtschiff verbracht, war auch nicht in afrika, um almosen unter die exotisch armen kinder zu streuen. nein, ich bin auch nicht durch rumänien gefahren, um das ursprüngliche zu sehen. dort gibt es wirklich menschen, die so richtig arm sind. interessant zu sehen. und in afrika waren leibhaftige eingeborene, die zwar schlampig sind, aber dort schon hinpassen. nur zu uns sollen sie nicht kommen. weil, bei uns soll es schon sauber bleiben. denn eine saubere stadt ist wichtig. ich weiß auch nicht, daß es irgendwo in diesem afrika ein berühmtes deutsches prozellan viel billiger zu kaufen gibt. weil die arbeitskraft kostet dort ja nichts.

ich vertiefe mich in mein ipad und schalte die ohren ab. ja, ich war im sommer wieder in berlin. in dieser lebendigen, dreckigen, pulsierenden, optimistischen stadt. war mit dem sportwagen tagelang im weinviertel unterwegs. gehe stundenlang durch die weingärten auf den geliebten nussberg. dort sitz ich dann und schau hinunter auf die stadt, in der viele aschfahle gesichter wohnen. aber von oben sieht man sie nicht, denn ihr grau vermischt sich mit dem grau der häuser und straßen und verkommt zur völligen bedeutungslosigkeit.

nur ein gesicht hat ein bisschen geleuchtet. wenn man genau hingesehen hat. da brennt ein noch sehr kleines licht. es muß aufpassen, dass es nicht vom grau erstickt wird. es sollte fortgehen. in die sonne, in die natur, sich erden und das pralle leben mit offen armen aufnehmen. wenn das gelingt, wird es strahlen. und andere menschen anstecken mit der lust, das leben mit leben zu füllen.