Vom Abnehmen, der Warum-Frage und dem einfach Aufhören

Gestern blieb ich spät abends beim Fernsehen irgendwie in einer sehr netten Diskussionsrunde hängen. Thema des angeregten Gesprächs war das Abnehmen. Die Runde der Gäste war eine herrliche Mischung aus lebenslustigen überzeugten Molligen, herben Dünnen und genussvoll und ganz wie von selbst dünner Gewordenen.

Die herben Dünnen hatten tatsächlich eine App auf ihrem iPhone installiert, die jeden ihrer Schritte und Taten aufzeichnet, berechnet und überwacht. Sie werden auf Schritt und Tritt befehligt, völlig entmündigt und geben die Kontrolle über sich und damit auch über ihren Körper ab. Nicht einmal einem lebendigen Menschen liefern sie sich aus, nein – einem elektronischen Gerät in ihrer Hosentasche. Das sind die verhärmten, herben, lustlos und verbissen Wirkenden, die sofort, wenn sie das Gerät abschalten und keiner mehr da ist, der sie kontrolliert, hemmungslos zu essen beginnen. Das Gerät mit seiner Überwachung und seinen Befehlen over-rult das Problem, das dem übermäßigen Essen zugrunde liegt. Der Erfolg dieser Maßnahme wird nur solange andauern, solange das Gerät funktioniert. Das Problem, der Knopf in ihrem Kopf interessiert sie nicht.

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Die lustvoll und schwebend leicht dünner Gewordenen haben eines Tages von einer Sekunde auf die andere erkannt, dass das, was sie machen, nämlich das übermäßige Essen, nicht hilft. Haben sich gefragt, WARUM sie eigentlich andauernd essen müssen. Was versuchen sie dadurch zu bewirken? Was durch die dicke Fettschicht zu verdecken? Hilft essen wirklich gegen den Kummer? Wird er dadurch weniger? Befriedigt mich essen auf Dauer, wenn alles andere um mich herum mich nicht befriedigt? Kränke ich mich weniger, wenn ich dick bin?
Sie stellen sich die WARUM-Frage und stellen damit ihr Verhalten mit einem Mal in Frage. Plötzlich sehen sie in diesem Tun keinen Sinn mehr. Und lassen es einfach sein. Sie hören einfach auf etwas zu tun, das ihnen nicht gut tut. NICHT GUT TUT. Das sie dick, unattraktiv, ungesund, unbeweglich, einsam macht. Und beginnen gleichzeitig etwas zu tun, das ihnen GUT TUT, sie attraktiv, gesund, beweglich, sozial integriert macht. Sie beginnen SICH GUTES zu tun. Mit zelebriertem Zubereiten gesunder Speisen. Mit Lebensmitteln, die die Sinne erfreuen, die sinnlich sind. Ohne Junk Food. Das ist nicht sinnlich. Es ist junk!

Es geht dabei niemals um Verzicht. Denn verzichten tut man zwangsweise auf etwas, das man gerne tut, das einem gut tut. Es geht einfach darum aufzuhören mit etwas, das einem schadet.
Daher ist auch das Wort „willensstark“ hier nicht angebracht. Man braucht keinen Willen, um aufzuhören etwas zu tun, das ungut ist. Man tut es einfach. Man braucht ja auch keinen starken Willen um aufzuhören sich mit dem Hammer auf den Daumen zu schlagen. Man hört einfach auf es zu tun. Was ist daran schwierig?

Wenn man diesen Gedankengang verinnerlicht, ist abnehmen ebenso einfach und völlig ohne fremde Hilfe oder unnötige, von der Wirtschaft angepriesene Hilfsmittel zu verwirklich wie mit dem Rauchen aufzuhören.

Man muss sich die WARUM-Frage stellen und einfach AUFHÖREN.

Fotos: ©wegweise

Über die Freiheit

© Wegweise

Wenn man Menschen in unseren Breiten fragt ob sie glauben frei zu sein, werden diese das meist bejahen. Aber stimmt das auch ?

Was ist eigentlich Freiheit ?

Mit diesem Begriff ist meistens die persönliche Entscheidungsautonomie gemeint. Das heißt ohne äußeren oder inneren Zwang entscheiden zu können wo und wie man lebt, das auszudrücken was man denkt und sich entsprechend seiner Neigungen und Möglichkeiten zu entfalten. Dies ist oftmals sogar als Grundrecht in der Verfassung eines Staates verankert und diese Entscheidungsfreiheit ist es, die wir oftmals mit Freiheit gleichsetzen.

Aber ist dies alles ?

Gewissen ist eine innere Instanz, die uns anzeigt ob wir gegen Regeln verstoßen. Regeln die entweder von der Gesellschaft vorgegeben werden und die wir übernommen haben. Ein „schlechtes Gewissen“ zu haben bedeutet das Bewusstsein, gegen eine dieser gesellschaftlich vereinbarten Regeln gehandelt zu haben, wodurch man meint, sich oder anderen materiellen oder ideellen Schaden zugefügt zu haben.

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Sie bringen uns weiter

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Der Status Quo ist ihnen ein Greuel und sie halten auch nichts von den geltenden Regeln. Sie sind die Verrückten, die Rebellen, die Aufmüpfigen, die Außenseiter, die „Occupier“. Sie lassen sich in keine Norm pressen und tanzen bewusst aus der Reihe. Sie folgen ihrer Intuition. Sie stehen auf gegen das, was ihnen nicht passt. Sie stehen dazu und passen sich nicht an. Sie sind mutig und brilliant im Geist. Sie schauen nach vorn. Sie haben eine Vision. Sie trauen sich was und trauen es sich zu. Sie werden angefeindet, verdammt, bewundert, gegeißelt, glorifiziert, belächelt, heruntergemacht, für verrückt und unbedeutend erklärt. Aber selbst die etablierte Gesellschaft muss sie beachten – weil sie es sind, die Dinge bewegen, verändern … Bei sich selbst und damit in der Gesellschaft. Was bisher als unmöglich galt, wird durch sie auf einmal möglich. Sie sind es, die die Menschheit weiterbringen. Sie sind Wegweise.

„Denn diejenigen, die verrückt genug sind zu denken, dass sie die Welt ändern könnten, werden diejenigen sein, die es tatsächlich tun.“ (Zitat: Steve Jobs)

Das Recht ist ausgegangen

“ DER KLEINE NIKO“
zu finden unter: http://www.elfriedejelinek.com
Aktuelles / 2012

Ein wunderschöner Text von Elfriede Jelinek zur politischen Lage der Nation. Auch so kann man Politik machen – echte Politik, die sich durch Weisheit auszeichnet, nicht durch Ignoranz oder Apathie.

Bewusst Sein

Zitat

Foto: ©wegweise

„Wir müssen uns bewusst machen, dass wir bewusst handeln müssen, um das Bewusstsein, also das „bewusste Sein“, statt des „unbewussten Habens“, für zukünftige Generationen zu öffnen. Dann können Taten folgen. Dann!“

Ken Jebsen

Wie wollen wir leben ?

Wenn wir uns die Frage stellen, wie wir wirklich leben wollen, gelangen wir unweigerlich zu dem Schluß, dass viele Bereiche hinterfragt und neu definiert werden müssen:

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Wohlstand – besteht er wirklich nur in materiellen Werten ? Bedarf es nicht vielmehr einer Neudefinition im Sinne von Wohlbefinden?

Bedingungsloses Grundeinkommen – stellt es vielleicht die Basis für ein selbstbestimmteres Leben dar?

Wachstum um jeden Preis – ist das die einzige Maßeinheit für Fortschritt?

Qualität statt Quantität – sollte das nicht das moderne Kriterium in allen Lebensbereichen sein?

Altes versus Neues – ist alt immer schlecht und neu immer gut? Ist nicht vielmehr das Zusammenspiel von beiden das Rezept? Es gibt kein Neues ohne das Alte und von wem lernen die Jungen wenn nicht von den Alten? Ist ein Leben ohne die alten Künste und Fertigkeiten nicht leer?

Nachhaltigkeit – ist der momentan maximal erzielbare Gewinn das einzige Ziel? Ist nicht eher Nachhaltigkeit der wirkliche Schlüssel zum Erfolg?

Neue Kultur der Arbeit – vom menschlichen Hochleistungsroboter hin zum freien Menschen mit einem neuen Fokus auf Teamarbeit, mit neuen Arbeitsformen, …. wird nicht vielleicht das in Zukunft das Geheimrezept erfolgreicher Unternehmen sein?

Überlegen wir gemeinsam, wie wir in Zukunft leben wollen, es liegt in unserer Hand.

Weise sein – man selbst sein

Weise Männer und Frauen, so scheint es, achten heute wie füher nicht so sehr auf das was andere ihnen vorgeben bzw. vorgeben zu sein, auf ein von außen vorgegebenes Sollen.

Sie verwirklichen vielmehr das, was sie in ihrem eigenen Inneren finden, ihr ureigenes Sein.

Nach unserem Tod wird man uns nämlich nicht fragen: Warum bist du nicht dieser oder jener gewesen?

Man wird uns fragen: Warum bist du nicht du selbst gewesen?

(frei nach der chassidischen Erzählung von Rabbi Sussja)

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Der Weg des Weisen

Ein weiser Mann, der eine ungeheure Ruhe ausstrahlt, wurde von einem anderen, geplagten Menschen gefragt: „Wie machst du das, immer so ruhig zu sein?“

„Ganz einfach, – antwortete der Weise,

wenn ich schlafe, schlafe ich
wenn ich aufstehe, stehe ich auf
wenn ich gehe, gehe ich
wenn ich esse, esse ich
wenn ich arbeite, arbeite ich
wenn ich höre, höre ich
wenn ich spreche, spreche ich“

„Wie, das verstehe ich nicht! Das tue ich doch auch! Trotzdem bin ich so nervös!“

„Nein, du machst es anders:

Wenn du schläfst, stehst du schon auf
wenn du aufstehst, gehst du schon
wenn du isst, arbeitest du schon
wenn du hörst, sprichst du schon!“

Foto: ©wegweise

Die Warum / Wozu-Frage stellen

Wir sollten uns in unserem Tun möglichst oft die Warum/Wozu-Frage stellen und nicht immer nur die Wie-Frage. Prof.Götz Werner nennt es das „Know Why“ und nicht immer nur das „Know How“.

Foto: ©wegweise

Fragen wir uns, „Warum“ wir das jetzt tun, so erscheint dieses Tun plötzlich unter einem ganz anderen Licht.

„Wie fahr ich denn jetzt mit dem Auto am schnellsten dort hin ?“ oder „Warum fahr ich jetzt mit dem Auto dort hin ?“ Bei der ersten Frage bin ich auf das Auto fixiert, weil ich immer mit dem Auto dort hin gefahren bin. Bei der zweiten Frage verschwindet das Auto aus dem Fokus und andere Möglichkeiten kommen in den Sinn. „Eigentlich ist es dumm, mit dem Auto zu fahren, zu Fuß bin ich doch schneller, ich bewege mich und seh die Stadt plötzlich aus ganz anderen Blickwinkeln …“ Eine geistige Innovation.

Wenn wir uns die Warum-Frage stellen merken wir, daß die Sinn-Perspektive die Sicht auf die Dinge verändert und Leidenschaft auslöst. Das Erkennen des Sinns hat eine Sogwirkung. Die Menschen müssen in ihrem Tun einen Sinn erkennen. Ein Ziel sehen und sich mit Leidenschaft dorthin bewegen. Die Sinnhaftigkeit ist der Motor des Schaffens. Nicht materielle Güter.

Indem man sich ständig die Warum/Wozu-Frage stellt, hinterfragt man damit das Gewordene, das Statische, das Gewohnte und macht damit den ersten Schritt zur Erneuerung. Das Gewordene hinterfragen, auflösen und das Chaos neu ordnen. Das ist Erneuerung.

Wenn jeder für sich möglichst oft diese Warum/Wozu-Frage stellt, schafft er in sich Bewußtsein. Dieses Bewußtsein entfacht er mit Fragen, nicht mit Antworten. Antworten stärken das Gewordene, Fragen entfachen das Neue.

Wer Neues schaffen will, findet Wege – wer nicht will, findet Gründe.

Fangen wir jetzt an, uns die Warum/Wozu Frage zu stellen. Bei der Arbeit, in der Beziehung, in unserem Wohlbefinden ….. und seien wir neugierig darauf, wie sich uns diese Dinge plötzlich darstellen werden und welchen Weg wir dann gehen werden ….

Jung & Alt – together

Foto: ©alexfotoking

Jeder Mensch braucht eine Aufgabe und möchte seine Leidenschaften leben- ein ganzes Leben lang. Wie viele ältere und alte Menschen haben keine Aufgabe mehr, haben ihre Leidenschaften vergessen. Zugeschüttet. „Ein alter Mensch hat keine Aufgaben mehr zu haben und Leidenschaften noch weniger.“ Sobald er nicht mehr großzügiger Konsument von Reisen, Autos, etc. ist soll er möglichst wenig auffallen, Ruhe geben, wenig kosten und nicht aufbegehren.

Eine alte, pflegebedürftige Dame hat uns eines Tages erzählt, dass sie früher so gern kleine Püppchen genäht hat. Unzählige. Die Kinder in ihrer Umgebung haben sich unendlich über ihre Geschenke gefreut. Doch sie wurde älter und älter und man sagte ihr, Nähen wäre zu anstrengend für sie, sie „braucht das jetzt doch nicht mehr zu machen“. ….

Sie hat aufgehört damit, hat auf ihre Familie und die Ärzte gehört. Und wurde traurig und einsam. Plötzlich kam niemand mehr, um ihr Stoff und alte Kleider zu bringen, aus denen sie die Püppchen nähen konnte. Es kam auch niemand mehr um ihr dabei mit großen Augen zuzuschaun und sich in ihrer Nähe so geborgen zu fühlen. Niemandem konnte sie zeigen, wie man das macht, wie man dem Gesichtchen den richtigen Ausdruck verleiht und dabei Geschichten von früher erzählen. Und niemandem konnte sie mehr eine Freude machen. Sie vermisst das so !

Wir wollten die Püppchen sehen. Die alte Dame – sie ist wirklich sehr alt – holte eine Schachtel hervor. Dutzende Stoffpüppchen – jedes anders und jedes mit einem ganz speziellen Gesichtsausdruck – zauberte sie hervor. Welch Talent, welch Können, welch Wissen ist hier vorhanden ! Liegt brach. Es wieder hervorzuholen, die Leidenschaft wieder zum Leben zu erwecken und damit der alten Dame wieder einen Lebensinhalt und damit ihr und vielen, vielen Menschen Freude zu bereiten – das ist das Ziel.

Wir haben das Netzwerk, um das in so vielen alten Menschen schlummernde Potential und Wissen zu den jungen Menschen zu bringen. Sie miteinander in Kontakt zu bringen. Den alten Menschen Mut zu machen und ihr Selbstbewusstsein zu stärken, ihr Wissen und ihr Können den Kindern und jungen Menschen weiterzugeben.

Es gibt so viele erfolgreiche Projekte des Miteinander:

Alte Menschen betreiben mit Kindern und Jugendlichen gemeinsam Nachbarschaftsgärten (mit Hochbeeten, damit es für sie auch im Rollstuhl möglich ist).

Alte Menschen sind Lesepaten für Volksschulkinder.

Alte Damen zeigen jungen Mädchen wie man strickt – stricken ist total hip und kaum jemand kann es noch lehren !

Alte Herren erklären jungen Burschen wie man das genau richtige Fotomotiv erkennt.

Die Nähe eines Menschen, der erzählt, der zeigt, der erklärt, kann niemals durch virtuelle Anleitungen, Videos oder downloads ersetzt werden.

Die Jungen brauchen menschliche Nähe, den Blick in erfahrene Augen, das Vertrauen, die echte Freundschaft und gewidmete Zeit.

Unsere Gesellschaft braucht das Wissen der Alten, die alten Künste und handwerklichen Tätigkeiten gewinnen wieder immer mehr an Bedeutung.

Wer Ideen oder Anregungen hat – wendet Euch an uns !